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Ölstreit eskaliert: Kanaren drohen mit Loslösung von Spanien!

14. August 2014
Kanaren-Präsident Paulino Rivero. Foto: Wikipedia

Kanaren-Präsident Paulino Rivero. Foto: Wikipedia

Der Ton um die geplanten Ölbohrungen von Repsol östlich der kanarischen Inseln – vor der Küste Westafrikas – wird schärfer! Der kanarische Präsident Paulino Rivero hat Spaniens Premierminister Mariano Rajoy nun aufgefordert, endlich in den Streit einzugreifen und nachzugeben. Und er droht, dass die Beziehungen zum Mutterland Spanien auf den Prüfstand gestellt werden könnten! Mit den Kanaren müsse – was bislang nicht erfolgt ist – vernünftig geredet und die Bedenken der Bevölkerung ernst genommen werden. Es gehe in der „Sache mehr Tiefe“ – immerhin stünden „fünf Jahrhunderte gemeinsamer Geschichte mit Spanien“ auf dem Spiel, welche schlimmstenfalls zusammenbrechen könnten!

In einem gemeinsamen Auftritt mit den Präsidenten der Inselregierungen von Lanzarote und Fuerteventura (Mario Cabrera und Pedro San Ginés) sprach Rivero von gestörten Beziehungen zur Regierung von Spanien – vor allem zu Industrieminister José Manuel Soria (selbst in Las Palmas geboren). Rivero besteht darauf, dass die geplanten Ölförderungen „eine Angelegenheit des gesamten Staates seinen, welche die maximale Aufmerksamkeit erfordert“ und das direkte Eingreifen von Rajoy verlange. Die Regierung in Madrid sei sich offenbar nicht der Situation bewusst. Er erwarte von Rajoy, dass auch der König umgehend informiert werde.

irtve.es

Industrieminister José Manuel Soria. Foto: irtve.es

Rivero argumentiert, dass der Entscheid über die Förderung des Öls nicht einfach vom Industrieministerium getroffen werden könne. Dieses habe aus „Illoyalität und mit mangelndem institutionellen Respekt“ gehandelt und die Inselkette wie eine Kolonie vor die blanken Tatsachen gestellt. Er erwarte, dass die Kanaren von der Regierung die gleiche Aufmerksamkeit in ökologischen Fragen erhalten, wie die Balearen. „Dort geht man kein Fünkchen an Umweltrisiken ein“, so Rivero. In der Sorge, dass „ein Unglück negative Folgen für den Tourismus haben“ könnte. Wenn die Zentralregierung weiter die Balearen und die Kanarischen unterschiedlich behandle, müssten „alle Karten auf den Tisch kommen, bis hin zu einem Abbruch der Beziehungen zum Mutterland“, warnt Paulino Rivero.

Angebotene Entschädigungen und Ausgleichszahlungen wies der Kanaren-Präsident zurück: „Die Kanaren sind nicht käuflich!“ Rivero kündigte an, dass er weiter klagen werde. Und der „politische Kampf ist ebenfalls noch nicht vorbei.“ Unter dem Motto „Stoppt den Wahnsinn und die Torheit“ würde auf den Kanaren weiter gekämpft werden. „Wer Wind sät, wird Sturm ernten!“

Sieht es so bald vor der Küste der Kanaren aus?

Sieht es so bald vor der Küste der Kanaren aus? Foto: Wikipedia

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  1. Bellmann Peter
    16. August 2014 um 07:36

    Zu diesem Thema die Kurzfassung!
    Auch hier auf den Canaren ist es nicht anders wie überall wo das Geld regiert, die Herrschaften die diese Entscheidungen treffen, stehen meist entweder kurz vor dem ableben, oder leben da, wo sie von dem ganzen übel der folgen,wenn etwas schief geht nichts mit bekommen, außer natürlich ihre eigenen Taschen gefüllt alles andere ist uninteressant.

    • Harald
      17. August 2014 um 13:12

      Wir haben es ja in Deutschland gesehen…da durfte ein ehemaliger Kanzler zu einen „Gas-Konzern“ wechseln. Nicht, dass er sich zuvor für eine Pipeline durch die Ostsee stark gemacht hätte…..

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