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„Quallen“-Alarm auf den Kanaren

19. Februar 2014
Foto: Wikipedia

Foto: Wikipedia

Autsch! Es ist wie ein Peitschenschlag, dann brennt es nur noch: Der Stich einer Qualle kann bestenfalls schmerzvoll sein. Schlimmstenfalls reagiert man allergisch und braucht einen Arzt. Zur Zeit ist es mal wieder soweit: Quallenalarm an den Küsten! Auch vor Playa del Ingles wurden wieder Quallen entdeckt. Kein Wunder: Die Winterstürme haben das Meer aufgewühlt, die Strömung trieb die Biester dann ans nahe Ufer. Doch meist handelt es sich gar nicht um Quallen. Die kleinen Angreifer sind im häufigsten Fall portugiesische Galeeren (Physalia physalis) und die gehören zu den Nesseltieren (was für das betroffene Opfer völlig egal ist). Von Januar bis Anfang März werden sie durch die starken Wasserbewegungen zu den Kanaren gespült. Da hilft es auch nicht, das Karavellen schwimmen können.

Für den Hinterkopf: Quallen haben einen anderen Körperbau – bilden eine Art Glocke mit „baumelnden“ Tentakeln darunter. Eine Galeere hingegen sieht eher aus wie eine bläuliche schimmernde, sackartige Blase mit Tentakeln, die bis zu 50 (!) Meter lang sein können. Zudem sind diese Polypen organisiert, schwimmen dicht beieinander. Denn manche kümmern sich um die Aufzucht des Nachwuchses – andere sind für die Verteidigung der Gruppe zuständig.

16 Zentimeter langes Exemplar - gefunden auf Teneriffa. Foto: Wikipedia

16 Zentimeter-Exemplar entdeckt auf Teneriffa. Foto: Wikipedia

Wichtig zu wissen ist, dass das Gift toxisch ist. Heißt, einige Menschen können auf das Gift schnell allergisch reagieren, schlimmstenfalls einen tödlichen Schock erleiden. Daher sollten auch tote Galeeren am Strand nicht angefasst werden. Selbst bis zu 48 Stunden nach ihrem Tod sind die Tentakel noch in der Lage ihr Gift abzugeben – diese besitzen bis zu 1 000 Nesselzellen je Zentimeter. Achtung: Finger weg von alten Hausmitteln! Stiche sollten in keinem Fall mit Essig oder Süßwasser ausgewaschen werden, sondern mit viel Salzwasser (Meerwasser). Außerdem müssen die Überreste der Tentakeln vorsichtig entfernt werden, wobei man die Tentakeln niemals berühren darf, weil sie weiter nesseln können (Handschuhe, Pinzette). Heißes Wasser über 45 °C lässt die Eiweiße des Gifts denaturieren.

Die Portugiesische Galeere findet sich in erster Linie im Pazifik, aber auch vor den Kanaren und vor Portugal. Sie ist zudem in der Karibik verbreitet, z. B. vor der Küste Kubas. 1975 waren große Schwärme auch vor der niederländischen Küste anzutreffen.

Wichtig: Warnungen in den lokalen Medien bzw. vom Cruz Roja am Strand sollten unbedingt beachtet werden. Wenn irgendwo Quallen bzw. Galeeren gesichtet sind, sollte man das Baden vermeiden und nicht nur ein paar Meter links oder rechts davon ins Wasser gehen.

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