Startseite > Aktuelles > „Qualmende“ Boeing 777 auf Gran Canaria notgelandet

„Qualmende“ Boeing 777 auf Gran Canaria notgelandet

23. Februar 2014

flug3Update: 23:20 Uhr: So, nachdem nun die Passagiere befragt worden sind, ergibt sich langsam ein ganzes Bild der Situation von gestern. Fünf Stunden nach dem Start von Frankfurt in Richtung Rio war noch alles ruhig. Dann bemerkten einige Passagiere einen starken Brandgeruch und informierten die Flugbegleiter. Die dachten wirklich erst, es hätte das Mittagessen sein können! Aber sie informierten den Piloten. Der sagte nach weiteren zehn Minuten über Lautsprcher durch, dass aus Sicherheitsgründen eine Landung auf den Kanarischen Inseln stattfinden müsse. Während des Anfluges auf die Kanaren ließ der Pilot dann Treibstoff über die Tragflächen ab. Dies sorgte für Unruhe bei den Passagieren. Das Ablassen des Kerosins war wohl nötig, da im Laderaum hochexplosiven Chemikalien (offenbar Schwefelsäure) lagerten und daher Explosionsgefahr bestand. Das Flugzeug – unter anderem musste die Klimaanlage komplett überholt werden – soll nun in den kommenden Stunden in Richtung Brasilien wieder abheben.

Großalarm am späten Nachmittag gestern auf dem Flughafen Gando (Las Palmas de Gran Canaria): Eine Boeing 777-300ER der brasilianischen Fluggesellschaft TAM mit 251 Passagieren an Bord, musste auf dem Weg von Frankfurt/Main nach Sao Paulo (Brasilien) auf den Kanaren notlanden. An Bord von Flug JJ9374 war hochbrennbares Gas – welches  durch ein Leck  strömte. Erste Berichte, dass die Maschine bereits brannte, haben sich nicht bestätigt.

Rund 200 Meilen südlich nach dem Überfliegen der Kanaren, bemerkte der Pilot – laut zweier kanarischer Zeitungen und eines brasilianischen Luftfahrtmagazins – beim Überflug des Atlantiks, dass dunkler Rauch aus dem Unterdeck quoll. Andere Aussagen lauten, die Maschine sei in starke Turbulenzen geraten und der Pilot habe Angst gehabt, dass es ein Leck gegeben habe und so Gas freigesetzt werden. Wie auch immer: Sofort das Controll-Center informiert, welches die Anweisung gab, auf den Kanaren notzulanden. Zwei Kampfjets der spanischen Marine eskortierten die Boeing – wie vorgeschrieben – zum Flughafen Gando. Nach der Landung um 16.50 Uhr rollte die Maschinen in einen entlegenen Bereich des Flughafens und wurde geräumt. Dann inspizierte die Feuerwehr die Maschine. Es bestand die Gefahr, dass bei Turbulenten in großer Höhe das Gas sich hätte entzünden können.

Der Luftraum war 15 Minuten gesperrt. An der Räumung und den Löschmaßnahmen nahmen Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Armeekräfte der anliegenden Militär-Basis teil. Auch ein militärischer Rettungshubschrauber war im Einsatz. Die Besatzung und Passagiere mussten die Nacht auf Gran Canaria verbringen. Der Luftraum konnte um 18 Uhr wieder freigegeben werden und der Alarm der zweithöchsten Stufe orange wurde aufgehoben.

Hier ein Video!

Advertisements