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Schnellbahn: Gran Canaria plant weiter

1. September 2014

img_23103Es dauert und dauert und dauert. Seit vier Jahren schon geistert eine Vision durch Gran Canaria: Eine Schnellbahn vom Norden in Las Palmas in den Süden nach Maspalomas. 1,5 Milliarden Euro würde das Projekt wohl kosten. Studien wurden bereits umfangreich angestellt, Pläne von den möglichen Stationen angefertigt – selbst ein Modell der möglichen Bahn wurde bereits präsentiert. Doch so richtig kommt man nicht voran. Die Frage bleibt: Rechnen sich die Investitionen? Inzwischen gibt es Überlegungen das gesamte Projekt nach Teneriffa zu verlegen.

Die Strecke der Bahn soll 54 Kilometer lang sein und neun Stationen bekommen. Sie soll den bevölkerungsreichen Norden mit dem touristischen Süden verbinden. Die Fahrtzeit wird mit 45 Minuten berechnet. Durchgehende Züge sollen sogar nur 15 (!) Minuten benötigen.

Die Canarios sind noch immer gespalten, wenn es um ihren Schnellzug geht. Technikfans hoffen auf einen schnellen Baubeginn, für den Fortschritt, Modernität und Komfort der Insel. Der andere Teil glaubt, dass es unnötig ist so viel Geld auszugeben, vor allem in der aktuellen wirtschaftlichen Situation. 1,9 Millionen Euro hat die Regierung Gran Canarias im laufenden Haushalt eingestellt, um die Planungen (Elektrifizierung, Vorbereitung des Grundstückskaufs und entsprechende Gutachten) voranzutreiben. Fraglich ist noch immer, wie die 1,5 Milliarden Euro für den Bau aufgetrieben werden können – ob sich eventuell die EU zu einer Förderung überzeugen lässt. Der Rat hat nun von „Ineco“ eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen: So würden allein während der Bauphase 2 000 Jobs entstehen und nach Fertigstellung tausende Arbeitsplätze direkt und indirekt von der Bahn profitieren. Zudem würden jährlich bis zu 14,6 Millionen Passiere mit der Bahn fahren. Bei den derzeit schnell steigenden Touristenzahlen durchaus denkbar.

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Wie weit sind die Planungen: Die Zustimmung der Regierung der Kanaren steht noch aus, die Umweltverträglichkeitsstudie läuft. Vor 16 Monaten wurden die Pläne eingereicht, aber es gibt noch keine Antwort.

Wären die 1,5 Milliarden Euro je zu refinanzieren und sinnvoll? Experten sagen ja! Wenn nur von jedem Passagier 3 Euro zur Refinanzierung genommen werden. Jährlich steigen die Touristenzahlen. Damit auch die Zahl der Busfahrten zwischen Nord und Süd bzw. zwischen Flughafen und Touristenorten. Der Energieverbrauch steigt, auch die Emissions-Belastung. Busse seien für den lokalen Verkehr sinnvoller, um Passagiere „breit zu streuen“ – für den Point-to-Point-Verkehr sei die Bahn sinnvoller.

Aber Kritiker warnen: Der Zug erzeugt in Bahnhofsnähe mehr Verkehr. Denn die Passagiere müssen mit Bahnen, Autos und Taxen anreisen. Zudem sei es für eine vierköpfige Familie insgesamt teurer von Nord nach Süd zu reisen, als mit dem Auto oder dem Bus. (Gut, mit dem Argument dürfte man in Deutschland auch nicht Bahnfahren.) Die Kosten für die Instandhaltung der Trasse seien wesentlich höher als die für Straßen. Und für Touristen vom Flughafen würde sich die Fahrt ebenfalls nicht lohnen. Statt wie mit dem Bus direkt vor dem Hotel auszusteigen, ende die Bahn rund drei Kilometer von Playa entfernt. Es würde dann ein Taxi oder ein Bus benötigt und ein weiteres Ticket fällig. Alternativ solle man lieber die 1,5 Milliarden Euro verwenden, um das Schnellstraßennetz zu optimieren und in die Fahrzeugflotte der Busunternehmen zu investieren – etwa in umweltfreundliche Elektrobusse.

Was denkt ihr? Bauen oder nicht bauen?

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