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Kanaren: Umstrittene Ölbohrung hat begonnen

19. November 2014
Die Bohrplattform vor den Kanaren ist nun im Einsatz Screenshot: maspalomas ahora

Die Bohrplattform vor den Kanaren ist nun im Einsatz Screenshot: maspalomas ahora

Alles Hoffen und Protestieren war wohl vergeblich: Der Ölkonzern Repsol hat nun damit begonnen, vor der Küste von Fuerteventura nach Erdöl zu suchen. Rund 50 Kilometer von der Insel entfernt ankert das Suchschiff und bohrt die ersten Löcher in den atlantischen Boden. Die ersten 100 Meter Tiefe sind nach knapp sieben Stunden bereits erreicht. Bis Ende Februar 2015 will Repsol dann wissen, ob es a.) brauchbares Erdöl vor der Küste der kanarischen Inseln gibt und b.) ob dieses effektiv abbaubar ist. In rund 3000 Metern Tiefe (800 Meter Meerestiefe und dann über 2000 Meter Gestein) wird Öl vermutet. Sollte Öl sinnvoll abgebaut werden können, will Repsol 200 Millionen Euro investieren, weitere 100 Millionen Euro sollen in die „Meeressicherheit“ investiert werden.

1898160_10152008967077473_1347414075_nGreenpeace begleitete das Bohrschiff mit massiven Protesten von der „Arctic Sunrise“ aus bis zu dessen aktuellen Position: Dabei wurde ein Aktivist von Bord gespült, als die spanische Marine die kleinen Beiboote absichtlich rammte. Der Aktivist erlitt diverse Knochenbrüche. Die Sunrise wird noch immer von der Marine im Hafen von Fuerteventura festgehalten, so dass es seine Beobachtungen nicht wieder aufnehmen kann. Greenpeace wirft Spanien eine „noch nie dagewesene Härte“ im Umgang mit friedlichen Protestanten vor. Selbst in Russland, wo das Schiff zu letzt war, sei man „humaner“ mit den Menschen umgegangen. Die spanische Marine hat gegen Greenpeace wegen der Verletzung gegen die Sicherheit im Seeverkehr ein Verfahren eingeleitet – mögliche Strafe: 300 000 Euro.

Ein Repsol-Sprecher betonte, dass das Bohrschiff nach norwegischem Standart ausgestattet sei, für Ölbohrungen der weltweit führende: Es sei ein dynamisch positionierbares Schiff, mit „der neuesten Technologie und die Fähigkeit, auch unter extremen Bedingungen, die nicht auf den Kanarischen Inseln nicht vorkommen, wie Wirbelstürme oder Bedingungen in der Nordsee, umzugehen. Auch wenn der Wind und die Wellen sind stark sind.“

Die Inselregierung von Fuerteventura hat seit gestern am Regierungssitz Trauerbeflaggung aufgezogen – als stummen Protest gegen die spanische Regierung, die trotz des massiven Protestes aus Politik und Inselbevölkerung die Bohrungen durchsetzte…

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